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Familien erzählten aus der herausfordernden Zeit...

Familie mit 2 Kindern (Kita und Grundschule), der Vater erzählt...

Ich bin gerade in Kurzarbeit 0 und komplett zu Hause. Nach Ostern möchte ich eventuell nach einer Zuverdienstmöglichkeit suchen. Meine Frau arbeitet 8 Stunden täglich im Homeoffice. Wir achten darauf unseren Tagesablauf gut zu strukturieren. Wir stehen täglich um 6:30 Uhr auf und frühstücken alle gemeinsam. Dann beginnt die Arbeit meiner Frau, unser Schulkind macht ihre Aufgaben, ich kümmere mich mit unserem kleinen Kind um den Haushalt. Das Mittagessen halten wir gemeinsam ab. Dann habe ich mit den Kindern Zeit für Freizeit, Gartenarbeit, zum Spielen im Hof und Aufenthalt im Freien. Unsere Einkäufe erledigen wir immer allein ohne Kinder. Wir versuchen als Familie auch täglich ein Sportprogramm zu absolvieren, wir haben Sportgeräte zu Hause. Unser Familienleben verläuft überwiegend sehr harmonisch ab. Ich genieße das Zuhause Sein mit den Kindern. Die Kinder können die Situation gut verarbeiten, vor allem das Schulkind hat Verständnis. Schwierig ist, dass die Kinder die Großeltern vermissen, sogar mehr als ihre Schulkameraden.

Familie mit 3 Kindern (Krippe und Kita), die Mutter erzählt...

Liebes Pauline Team, liebe Familien da draußen, wir sind eine fünfköpfige Familie bestehend aus folgenden Familienmitgliedern:

  • Die Zwillinge. Beides frische Läufer und mitten in der ersten Trotz- und Probierphase, seit Januar in der Krippe.

  • Die Große. Geduldig, lebendig und quasselt ohne Pause. Vermisst die Kita, Omas und Opas, ihre Freunde, Spielplätze und den Sandkasten mit den Nachbarskindern.

  • Der Papa. 100% Kurzarbeit, ständig besorgt um die Finanzen.

  • Und ich. Die Mama. Eigentlich bin ich seit März Erzieherin in Ausbildung, mache seit 3 Wochen 30h pro Woche Homeoffice und nähe Behelfsmasken. Wie es Woche für Woche weiter geht, weiß ich immer erst kurzfristig.

Unser Alltag in dieser außergewöhnlichen Situation ist klar strukturiert: Aufstehen, Frühstück, Haushalt, Spazieren gehen / Einkaufen, Mittagessen, Mittagsschlaf, Vesper, Spazieren gehen, Abendessen, bettfertig machen, toben und Bücher angucken, Bett, Haushalt / Homeoffice.

Wir machen das beste aus der Situation. Durch Corona stört es kaum, dass unser Auto seit 3 Wochen in der Werkstatt steht. Die Große hat den Fernseher ausversehen kaputt gemacht und wir üben uns in Gelassenheit, wenn die Couch plötzlich nicht mehr hell, sondern lilagestreift ist oder der Staubsauger als neues Haustier herhalten muss. Endlich hatten wir Zeit die Kinderzimmer komplett umzugestalten. Schränke auszumisten und Dinge zu putzen, die sonst unbeachtet bleiben. Nur die Fenster… die lassen wir aus – mit drei Kindern einfach ein hoffnungsloses Unterfangen die bodentiefen Fenster zu reinigen.  Der kleinere Zwilling hat endlich laufen gelernt und die Große Rad fahren. Die Große kann nun reichlich Pflanzen und Käfer im Großen Garten benennen während die Zwillinge die Blumen abrupfen und Käfer einsammeln und wir diese hoffentlich alle vor dem betreten der Wohnung aus der Kleidung zupfen.

Insgesamt sind wir alle ein bisschen angespannt. Wir haben durch die Kurzarbeit einen großen finanziellen Verlust. Homeoffice bis nachts 00:00 / 01:00 Uhr und aufstehen zwischen 06:00/07:00 Uhr sind zunehmend anstrengend. Kein fremdes Kind ist vor unseren Kindern sicher – sie stürzen sich förmlich auf diese wenigen sozialen Kontaktmöglichkeiten. Wutanfälle der Kinder und kurze „Jetzt reicht es aber!!!“ Ausbrüche stehen auf der Tagesordnung.

Wir genießen die Spaziergänge. Da sind wir alle irgendwie entspannt. Wir malen mit Kreide oder alten Baumstücken, haben Räder, Laufwägen, Puppenwägen und Bälle dabei. Sammeln Blumensträuße, Stöcke und Steine. In der Wohnung spielen wir mit Perlen (ja, auch die Kleinen), Knete, Tieren, Puzzlen, gucken Bücher an, spielen ausgiebig Arzt und in der Spielküche. Die Arbeitsfläche der richtigen Küche ist inzwischen zur Hühnerstange für mindestens 2 von 3 Kindern, die mir beim Kochen zuschauen und hoffentlich beim Naschen noch etwas fürs Essen übriglassen. Wir bauen Höhlen, tanzen und singen. Der Balkon ist zur Aussichtsplattform geworden. Hier können die Kinder mit den Nachbarn und Nachbarskindern quatschen. Wir spielen mit Sprühflaschen, befüllt mit Wasser, Seifenblasen und werden noch die Balkonbepflanzungin Angriff nehmen. Bis dahin bleiben wir und unsere lieben Familien hoffentlich gesund. Alles Gute für alle =)

Familie mit 4 Kindern (Krippe, Kita, Grundschule, Oberschule), die Mutter erzählt...

Es ist auf eine Weise gerade sehr schön Familienzeit zu haben. Es gibt gerade wenig Termindruck für alle. Unsere Kinder – dadurch, dass es ja vier sind – spielen sehr schön miteinander, ihnen wird nicht langweilig und wir müssen kein Bespaßungsprogramm machen. Das ist für uns natürlich sehr entspannt. Wir versuchen vormittags und nachmittags eine Runde rauszugehen, auch in unseren Kleingarten. Und wir versuchen jetzt auch Dinge zu erledigen, die wir vorher nicht geschafft haben. Die Arbeitssituation ist für uns angespannt, aufregend und unsicher, wir sind beide selbstständig, es steht die finanzielle Frage im Raum. Sehr aufregend ist die Ungewissheit der politischen Entscheidungen, wöchentlich kommen neue Entscheidungen und Verordnungen, ohne dass man für die Arbeit langfristig planen kann. Aber es fällt weiterhin Arbeit an, die dennoch im Tagesgeschäft bewältigt werden muss. Dann muss ich überlegen, ob ich mir hierfür Zeit nehme oder ob ich mich mit einem Kind beschäftige, z.B. bei den Hausaufgaben.

Das Thema home-schooling ist für mich sehr nervenaufreibend. Meiner Meinung nach sind die Aufgaben im Zusammenhang mit der aktuellen Situation mitunter am Leben vorbei gewählt, unwichtig oder auch demotivierend geschrieben. Es ist erschreckend, dass es Lehrer gibt, die keinen persönlichen Gruß an die Kinder und Familien schicken und lediglich die Seitenzahl im Lehrbuch durchgeben. Viele Themen des Lehrplans sind gerade einfach so weit weg – z.B. eine Beschreibung der russischen Schwarzerde oder Steckbriefe von unzähligen jüdischen Festen. Es fehlen für mich Angebote, um miteinander in Kontakt zu bleiben und ein Austausch über die Aufgaben und Inhalte, z.B. über eine Video-Konferenz. Leider passiert das von der Schule aus gar nicht. Das Arbeitsmaterial ist nicht angepasst an die e-Learning-Situation, es wird mitunter auf schlecht eingescannte Arbeitsblätter Bezug genommen, die wir selbst ausdrucken müssen, oder es wird mit – meiner Meinung nach – nicht so ansprechend geschriebenen Lehrbüchern gearbeitet. Ich muss mir also nun die Zeit nehmen, dies mit meinem Kind durchzugehen – ok, das ist nun so. Aber ich erwarte eigentlich von den Lehrern, dass sie sich Gedanken machen und sich austauschen, ob nicht besser aufgearbeitetes Material schulübergreifend herangezogen werden kann. Jeder Lehrer arbeitet in meinem Empfinden eher stur seinen Lehrplan ab. Es ist sehr nervenaufreibend, dass nun die ganze Beschulungslast auf die Eltern abgewälzt wird. Ich würde mir mehr Unterstützung, Mitarbeit oder einfach Blick und Verständnis für die derzeitige Familiensituation wünschen. Manche Dinge lassen sich hingegen im Alltag wieder gut integrieren. Unser Kind muss Mal- und Divisionsfolgen üben, das kann das größere Kind gleich mit wiederholen. Es rechnet mit und soll das Ergebnis auf französisch sagen. So bauen wir manchmal die Aufgaben auch am Essenstisch ein. Und die großen Kinder beschulen tatsächlich auch mit großer Freude und Mühe das Vorschulkind…

Ansonsten finde ich es spannend, was gerade bei Gesellschaft und Regierung geschieht. Tatsächlich bin ich mit großen Teilen der Entscheidungen gar nicht einverstanden – meine persönliche Meinung. Ich bin gespannt, wo das noch hinführt, wie es sich für viele kleine Läden, Selbstständige, Künstler, die Kulturszene... auswirken wird.

Familie mit 2 Kindern (Krippe und Grundschule), die Mutter erzählt…

Wahrscheinlich geht es uns derzeit besser als dem Großteil der Bevölkerung und das wissen wir sehr zu schätzen. Ich bin in Elternzeit und mein Partner geht verkürzt arbeiten, so dass wir jeden Vormittag in Familie verbringen können.

Wir legen viel Wert darauf, dass unser Tag dennoch strukturiert abläuft und wir nicht einfach in den Tag hineinleben. So macht unser großes Kind jeden Morgen nach dem Frühstück erst einmal ca. 30 Minuten Schulaufgaben. Anschließend gehen wir mit unserem kleinen Kind im Kinderwagen ca. eine Stunde spazieren und ich versuche während des Spaziergangs Lerninhalte zu vermitteln – z.B. Frühblüher, Jahreszeiten lernen oder einfache Kopfrechenaufgaben. Nach dem Mittagessen und während des Mittagsschlafes des kleinen hat jeder erstmal ca. 2 Stunden Zeit für sich. In der Zeit spielt das große Kind etwas, hört ein Hörbuch oder schaut etwas auf ihrem Tablet. Nach der Vesper gehen wir meist noch einmal raus…z.B. in unseren Garten oder wir drehen noch eine Runde. Danach werden dann nochmal ca. 30 Minuten Schulaufgaben gemacht und dann ist der Tag auch schon fast rum.

Wir genießen die Zeit sehr in Familie und es ist auch nicht stressiger als sonst. Wir backen z.B. auch öfter mal ein Brot, einen Kuchen, machen unseren Garten startklar oder drehen eine Runde mit den Rädern. Unser großes Kind hat nun auch Brieffreundschaften geschlossen.

Finanzielle Sorgen haben wir allerdings auch. Diese werden wohl immer mehr in den Vordergrund treten, wenn unser kleines nicht wie geplant ab Mai in die Kita eingewöhnt werden und ich somit (nach meiner Elternzeit) nicht arbeiten gehen kann. Aber auch das werden wir schaffen!

Auflösung des Rätsels "Was blüht denn da?"

Bild 1: Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)

Bild 2: Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys)

Bild 3: Gundermann (Glechoma hederacea)

Bild 4: Gewöhnlicher Flieder (Syringa vulgaris)

Bild 5: Gewöhnlicher Reiherschnabel (Erodium cicutarium)

Bild 6: Weiße Taubnessel (Lamium album)

Bild 7: Rot-Dorn (Crataegus spec.)

Bild 8: Gewöhnliches Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris)